Ausstellungs- Ansicht, Foto: Peechana Chayochaichana

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Wasser kommuniziert mit uns über Gerüche, obwohl es an sich geruchlos ist. Kulturhistorisch haben wir verlernt, unseren Geruchssinn bewusst einzusetzen. Wir sind den feinen Botschaften, die uns von Feucht- Biotopen und dem Regen ständig angeboten werden, gegenüber größtenteils unempfindlich. Die Installation “Water Flow Of Information“ möchte sensibilisieren für die Geruchsbotschaften des Wassers und ihre emotionale Komponente.


Eingebettet ist die skulpturale Duftinstallation in der Ausstellung „Before the Flood“ (Vor der Flut), im Kunstprojekt FLUTEN, das 2025 in Weimar stattgefunden hat. In dieser Ausstellung ging es um die Beziehung des modernen Zivilisationsmenschen zu Wasser im Allgemeinen.
Die Ausstellungsbesucher konnten über Öffnungen innerhalb der Skulpturen verschiedene Wassergerüche entdecken. Jede Skulptur hat einen eigenen, von der Künstlerin komponierten Geruch, der im Hohlraum der Keramik konserviert ist. Inspiriert sind diese Düfte von präzisen Szenanrien oder Orten, an denen Wasser mit uns kommuniziert.
Nereide, glasiertes Steinzeug, Glas, Duft, 8 x 13 x 13 cm, 2025
Die Oberflächen der malerisch glasierten Keramiken inspirieren sich an der jeweiligen Botschaft ihres Geruches. So entstehen multimodale Wahrnehmungen zwischen Form, Farbe und Geruch. Präsentiert wurden die Duftskulpturen auf einem Wall aus Betonsteinen, mit dem Hintergedanken die konservative Herangehensweise an Flut- Prävention zu persiflieren.

Franziska Beilfuß stellt mit ihrer Installation die Frage, wie eine Sensibilisierung für die Prozesse unserer Ökosysteme neue Möglichkeiten auf unser verändertes Klima zu reagieren generieren kann. Es ist eine uralte Anlage im Menschen die Natur auch über olfaktorische Signale intuitiv wahrzunehmen. Sich der Gerüche in der Natur bewusst zu sein und sie als ihre Sprache zu verstehen, bereichert unser Leben. Wasser, das biophile Element schlechthin, bindet, trägt und verstärkt diese Duftbotschaften.
Ausstellungs- Ansichten, Fotos: Peechana Chayochaichana

Eine Geruchsinstallation im Erzgebirgs- Bad, Thalheim
Installationsansicht, Foto: Johannes Richter
Im Rahmen des Begehungen Kunstfestivals, hat die Künstlerin Franziska Beilfuß sich intensiv mit den Transformationen der Begegnung zwischen Mensch und Wasser auseinandergesetzt und Wassergerüche kreiert, die sie in den Spinten der Umkleidekabinen des ehemaligen Erzgebirgsbades präsentiert.
Die Schrank- Innenleben werden zu Geruchs- und Farbräumen, die von den Besuchern eigenhändig entdeckt werden können.
Interview mit Mdr Kultur

Auf Wasser zum Baden sollte man nicht hoffen, wenn man in den nächsten Tagen das Erzgebirgsbad in Thalheim südlich von Chemnitz aufsucht. Gebadet wird hier schon seit acht Jahren nicht mehr, seit das Erlebnisbad aus finanziellen Gründen geschlossen wurde. Zumindest aber ruft ein Hauch vom typischen Hallenbadgeruch die Erinnerung daran noch einmal wach, denn die Künstlerin Franziska Beilfuß hat in einzelnen Umkleideschränken verschiedene Duftkompositionen konserviert und inszeniert. Wie Farben auf einer Palette mischt die Malerin verschiedene Duftnoten an zu Geschichten, sie nennt es "scent scapes", Duftlandschaften, und alle erzählen vom Wasser.(...)
(Grit Krause- MDR Kultur)
„Der nasse Badeanzug im Rucksack, Salzwasser auf der Haut oder der algige Duft der Seen. Der verdreckte Teich, die pure Quelle der Schönheit und der eigene Schweiß - auch er besteht zu 99 Prozent aus Wasser. Wasser ist ein Synonym für Leben und als solches auch zum Symbol unseres Lebens- bedrohenden Umgangs mit der Natur geworden.“
F.Beilfuß